Ich bin nicht nur Psychologin geworden, weil mich das Fach interessiert.
Ich bin Psychologin geworden, weil mich der Mensch interessiert.
Nicht der Mensch als Fall, nicht als Diagnose oder als Rolle.
Sondern der Mensch in seiner Verletzlichkeit, in seiner Widersprüchlichkeit, in seinen Beziehungen, in seiner Geschichte und in seinem Versuch, im Leben irgendwie klarzukommen.
Ich kenne aus eigener Erfahrung, wie es ist, sich innerlich unsicher zu fühlen.
Wie es ist, sich anzupassen, zu gefallen, perfekt sein zu wollen und sich dabei immer weiter von sich selbst zu entfernen.
Ich kenne das Bedürfnis nach Kontrolle.
Ich kenne die Angst vor Bewertung.
Und ich kenne auch die Erschöpfung, die entsteht, wenn man sich ständig an dem orientiert, was im Außen gerade als richtig, professionell oder sicher gilt.
Was mein Leben verändert hat, war nicht noch mehr Kontrolle.
Nicht noch mehr Funktionieren.
Und auch nich noch mehr Anpassung.
Es war die Erfahrung, dass ich ich sein darf — und dass daran nichts dramatisch zerbricht.
Dass ich mit meiner Art, meiner Sprache, meiner Menschlichkeit, meiner Klarheit und meiner Präsenz nicht weniger tragfähig bin, sondern mehr.
Dass echte Sicherheit nicht aus Rolle entsteht, sondern aus innerer Stimmigkeit.
Und dass Menschen sich nicht deshalb öffnen, weil jemand perfekt wirkt, sondern weil jemand glaubwürdig, menschlich und klar da ist.
Genau deshalb arbeite ich heute so, wie ich arbeite.
Nicht distanziert.
Nicht künstlich professionell.
Nicht überhöht.
Sondern menschlich, ehrlich, wach und tragfähig.